Erfahrungen mit der OS-X-Server-App

Bei einem Kunden mit insgesamt 15 Computerarbeitsplätzen sollte eine Client/Server-Umgebumg auf Apple-Basis geschaffen werden. Zu Beginn des Projektes fanden wir bei unserem Kunden eine reine Mac-Umgebung (Mac Mini, Macbook, iMac) vor. Die Daten wurden zentral auf einem QNAP NAS gespeichert. Die Benutzer waren in einer simplen Rechtestruktur lokal auf dem QNAP NAS angelegt.

Da der Kunde eine Client/Server Software benötigte deren Serverkomponente ein Apple-Betriebssystem vorraussetzt, wurde hierfür ein Mac Pro (2014) angeschafft. Über einen weiteren Mac Pro sollte mit Hilfe der OS-X-Server-App für Mavericks eine Benutzerverwaltung sowie Netzlaufwerke mit einer Berechtigungsstruktur nachgerüstet werden. Die technischen Informationen rund um die OS-X-Server-App bestätigten alle Anforderungen. Als Datenspeicher wurde neben den beiden Mac Pro zudem ein 4-Bay Thunderbolt Storage System von Apple angeschafft.

In der Praxis stellte sich die Umstellung leider problematischer dar als zunächst erwartet. Konkret ergaben sich folgende Probleme:

– Nach dem Anlegen der Benutzer konnten sich diese nicht authentifizieren/anmelden.
– Es war möglich Freigaben anzulegen, es konnte allerdings kein Benutzer darauf zugreifen.
– Berechtigungen auf die Freigaben konnten gesetzt werden, sie wurden aber nicht übernommen.

Das einzige Feature, das zuverlässig funktionierte, war der DHCP-Server. Selbst der DNS-Server funktionierte nicht wie gewünscht.

Im Apple-Support-Forum fanden sich viele Beiträge zu dieser Problematik (https://discussions.apple.com/thread/5509703?tstart=0).

Auch der Support seitens Apple und die mehrmalige Neuinstallation des kompletten Mac Pro führten nicht dazu, die gewünschten Funktionen in Betrieb nehmen zu können.

Aufgrund der beschriebenen Fehlfunktionen, wurde letztendlich auf die OS-X-Server-App verzichtet. Es wurden alle Benutzer lokal auf dem Mac Pro mit dem angeschlossenen Storage-System angelegt und die Berechtigungen mit den lokalen Benutzern gesetzt. DNS und DHCP wurden auf dem Router eingerichtet.

In der Praxis zeigte sich in der Folgezeit bisher lediglich ein erwähnenswertes Problem: Berechtigungen können zwar über die GUI in OS X für die freigegebenen Ordner vergeben werden, sie werden allerdings nicht vererbt. Möchte man dies tun, muss man mittels dem Befehl

sudo chmod +a „user:USERNAME allow list, add_file, search, add_subdirectory, delete_child, readattr, writeattr, readextattr, writeextattr, readsecurity, file_inherit, directory_inherit“ /Volumes/PromiseRAID/Freigabe

die Berechtigungen über das Terminal für jede Freigabe / jeden Benutzer händisch setzen. Bei entsprechender Menge der vorhandenen User oder einer größeren Komplexität, handelt es sich hierbei um einen nicht zu unterschätzenden Aufwand.